Mi 13-01-21 Von Vakzinen und Wikingern

Von Vakzinen und Wikingern.

Hier eine kleine Notiz am Rande. Kürzlich ist Bolle zu Ohren gekommen, daß es in Schweden relativ gesehen deutlich höhere Corona-Fallzahlen gebe und auch eine höhere Sterblichkeit. So weit, so schlecht. Im gleichen Atemzug aber hieß es: Daher sei der schwedische Sonderweg „gescheitert“. Immer, wenn er so was hören muß, stehen Bolle sämtliche Logik-Schaltkreise zu Berge. Ob dieser „Sonderweg“ – allein das Wort schon: immer, wenn jemand nicht hurtig mit der Herde hoppelt, ist es gleich ein „Sonderweg“, mithin in Sprache gegossene Alternativlosigkeit. Ob nun also dieser Sonderweg gescheitert ist oder nicht, hat nichts mit der Zahl der Fälle, und auch nichts mit der Zahl der Toten zu tun – sondern allein damit, was man erreichen wollte. Nun könnte man den Schweden vorwerfen, daß sie nicht „Leben, Leben, über alles“ gestellt haben. Allerdings meint Bolle, das gehe allein die Schweden was an. Tatsächlich liegt die Zahl der relativ Toten mit 0,9‰ in etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Von 1.000 Schweden ist bislang also knapp einer gestorben – in Deutschland dagegen waren es nur 0,5. Na toll! Hey – das sind Wikinger. Die sind halt anders drauf! Ja, dürfen die das denn? Of course. Ein frecher, frischer Sonderweg ist Bolle allemal lieber als das massenmedial forcierte pathetische Einheitsgeschwurbel. Es lebe der Ideen-Wettbewerb. Wer (noch immer) so wenig weiß wie wir, der sollte besser stille schweigen – zumindest aber das Maul nicht allzu weit aufreißen. Wer Recht gehabt haben wird, entscheidet wie immer die Geschichte. Und nur die Geschichte. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

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