Mi 14-04-21 Wer immer strebend sich bemüht …

Finales Argument.

Oft sind es ja die kleinen Dinge, die, je nach Tagesform, erheitern oder auch befremden. So ist Bolle eine Meldung untergekommen, der zufolge gut ein Fünftel der Doktoranden (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course)  aus 2012 mit ihrer Doktorarbeit noch nicht fertig sind.

Bolle meint: Na und? Gut 8 Jahre, das ist ein Wimpernschlag vor dem Herrn. Zwar sollte man, wenn alles nach Plan läuft, nicht länger als 3 Jahre brauchen. Entsprechend sehen die Ergebnisse dann ja auch aus. Doch Vorsicht! Auch bei Doktorarbeiten handelt es sich um ein Teekesselchen der tückischen Sorte – mit hoher Konfusionsgefahr. Namentlich sind zeitgesteuerte strikt von ergebnisgesteuerten Arbeiten zu unterscheiden. Dabei ist eine zeitgesteuerte Arbeit fertig, wenn die Zeit um ist, und der Doktorand etwas vorlegt, das man mit etwas gutem Willen als Abschlußarbeit durchgehen lassen kann. Glückwunsch! Bei einer ergebnisgesteuerten Arbeit liegen die Dinge anders. Hier weiß kein Mensch, wie lange es dauern wird, bis sich die schiere Fülle der Phänomene in eine gefällige Form wird fügen lassen. Der letzte, der das wissen kann, ist der Doktorand. Er ist nun mal kein Holzfäller, der überschlagsmäßig überblicken kann, wieviel Morgen Wald noch vor ihm liegen.

Aber darum geht es auch immer weniger. In einer Welt, die Planbarkeit über alles liebt, müßte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man nach den vorgesehenen 3 Jahren nicht fröhlich „Fertig!“ krähen könnte, ohne allzu rot zu werden. Mehr wird ja auch gar nicht erwartet. Hauptsache, der Zeitplan stimmt. Und wenn nicht, dann dauert es halt weitere 3 Jahre. Und noch weitere 3 Jahre – und schon findet man sich unter den zielverfehlten Langzeit-Doktoranden wieder. Glücklicherweise ist es dabei aber meistens so, daß man einfach nur den Schuß nicht gehört hat und die Doktorarbeit so eine Art touch down erfahren hat. Sie gammelt in irgendeiner hinteren Schublade unvollendet vor sich hin, derweil der Doktorand am sausenden Webstuhl der Zeit anderweitig zu tun hat – dabei auf Nachfrage aber gerne weiterhin verkündet, daß er „promoviere“.

Im Grunde schließt sich hier der Kreis des Elends. Bolle findet ja, daß »promovieren« von lat. promovere kommt und ›vorwärts bewegen‹ oder auch ›befördern‹ bedeutet. Natürlich kann man sich, strikt reflexiv, selber vorwärtsbewegen. Oft genug ist das auch nicht das schlechteste – hier aber nicht gemeint. Man stelle sich einen schlichten Angestellten vor, der verkündet, daß er „befördere“. Die Frage „Ja, und was?“ wird nicht lange auf sich warten lassen. Wenn er nun nachsetzt und verkündet: „Na, mich selbst“, dann muß er mit der Frage rechnen: „Und? Wohin?“ – „Na, auf die nächste Stufe der Leiter, halt.“ – „Du? Dich? Selber?“ – So geht das also nicht. Befördert wird man – passiv und nicht reflexiv. Für „promoviert“ gilt selbiges.

Wenn das alles etwas klarer wäre, dann hätten wir es vermutlich auch weniger mit den ganzen Karriere-Doctores zu tun, die frei nach Mephistopheles’ Motto verfahren: „Ein Titel muß sie erst vertraulich machen, // Daß meine Kunst viel Künste übersteigt …“. Mit Wissenschaft im engeren Sinne hat das indes nicht mehr allzu viel zu tun.

Fassen wir es so: Giovanni Trapattonis „Ich habe fertig“ läßt, was Sprachgewalt und Wortgewandtheit angeht, ein albernes „Ich habe promoviert“ weit hinter sich. Das aber ist dann doch schon wieder ein ganz anderes Kapitel.

Ostermontag 05-04-21 Auferstanden aus Vakzinen …

Alles ans Licht gebracht.

… „und der Zukunft zugewandt“ möchte man fast hinzufügen. Aber eben nur fast. Bleiben wir also bei Faust. Faust hatte, wie er selber erklärt, Philosophie, Juristerei und Medizin „und leider auch Theologie“ durchaus studiert – und kam sich trotz allem Bemühn im Grunde nach wie vor dumm vor. So ist das bei manchen Agnostikern: Sie glauben wirklich nichts – nicht mal, daß sie groß was wissen. Umgekehrt: sie glauben allenfalls, daß sie nichts wissen. Da war Sokrates (469–399 v. Chr.) übrigens schon weiter. Der glaubte nicht nur, daß er nichts weiß – nein, er wußte es sogar. Zumindest glaubte er es zu wissen. Doch zurück zu Faust. Seine Agnostik hatte ihn, ganz im Gegensatz zu seinem Famulus, dem in seinen Augen „trocknen Schleicher“, davor bewahrt, trotz seines Hochgelehrtentums übermäßig abzuheben. Und so konnte es ihm gelingen, im Gespräch mit Wagner den Bogen zu spannen von der himmelhohen Auferstehung des Herrn bis hin zur österlichen, kleinen Auferstehung des einfachen Volkes aus der Straßen quetschender Enge und der Kirchen ehrwürdiger Nacht.

Natürlich soll das nicht heißen, Wissenschaften in Bausch und Bogen verwerfen zu wollen. Wenn aber die Erwartung an die Wissenschaft schneller wächst als diese selbst bei „heißem Bemühn“ possibly mithalten kann, dann ist die Kacke am dampfen – rein sozialpsychologisch gesehen. Und ein ganz klein wenig sieht es Bolle zur Zeit danach aus.

Kästner erwähnt im Vorwort zu »Kurz und bündig«, einem 1950 erschienenen Bändchen voller kunstvoller Epigramme eines, das in seinen Augen vortrefflich ist. Es stammt vermutlich von einem Arbeitskollegen eines tödlich verunglückten „Holzknechtes“ und geht wie folgt:

Es ist nicht weit
zur Ewigkeit …
Um acht ging Martin fort,
um zehn Uhr war er dort.

Memento mori – bedenke, daß du sterblich bist. Die Tatsache an sich ist der Wissenschaft längst klar. Für Einsicht und Erwartung gilt das offenbar weit weniger. Aber das ist dann wohl doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Sa 20-03-21 Ende Gelände?

Ende Gelände.

Auf unser heutiges Thema sind wir eher zufällig gestoßen. In der Ankündigung eines neuen Sendeformates hieß es, man habe Sigmar Gabriel „als kundigen Erklärer einer immer undurchsichtigeren Welt“ gewinnen können.

Die erste Frage, die sich aufdrängt: Ist es wirklich die Welt, die immer undurchsichtiger wird? Neudeutsch: „komplexer“? Oder könnte es nicht vielleicht sein, daß die Fähigkeit, irgendwas zu durchdringen, allgemein nachläßt? Falls letzteres der Fall sein sollte, dann nützt uns auch ein weiterer Erklärer wenig – und sei es der kundigste. Bolle befürchtet, daß Durchdringen furchtbar viel mit Eigenleistung zu tun hat. Ein gerüttelt Maß an Tiefgang kann da überhaupt nicht schaden.

Das Zitat des Tages hat Bolle übrigens einem Lehrbuch über Verfassungsrecht entnommen. Darauf kommt es allerdings nicht an. Das ist ja das Gute an Methode, daß sie sich nicht so leicht auf einzelne Fachgebiete festnageln läßt. Im Zusammenhang liest sich das ganze wie folgt:

Es gibt unendlich viele Probleme. Man kann aber nur endlich viele lernen. Das bedeutet, dass irgendwann ein Problem kommt, das man nicht gelernt hat. Die eigentlich zwingende Konsequenz aus dieser Überlegung: Man muss nicht die Probleme selbst lernen, sondern den Weg zu ihnen und die Methode, sie zu lösen.

Und weiter:

Ein Problem ist immer die Abweichung von etwas Normalem. Um ein Problem finden und lösen zu können, muss man also das Normale lernen. Was normal ist, kann man aber erst dann beurteilen, wenn man die Zusammenhänge kennt. Die Summe aller Zusammenhänge ist das dahinter stehende System.

Schöner kann man es kaum sagen: Das Normale kennen – Zusammenhänge gar. Leichter gesagt als getan. Zusammenhänge nämlich erschließen sich nicht aus der konkreten jeweiligen Situation, sondern aus einer furchtbar vielfältigen Fülle von abstrakten Hintergründen. Tiefgang, eben. Im Grunde haben wir es hier mit dem sogenannten hermeneutischen Zirkel zu tun: Was einer (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) possibly erfassen kann, hängt schwer davon ab, was er bis dato bereits erfaßt hat. Ein Teufelskreis also, der allerdings in beide Richtungen losgehen kann. Aber von selber passiert da nüscht. Man muß schon was tun – bzw., genauer, bereits einiges getan haben – und zwar unabhängig von einem konkreten Problem. Doch wer findet dafür Zeit in einer Welt, die – husch, husch, husch – auf möglichst schnelle Resultate aus ist –  und im übrigen voller Ablenkungen?

Im Gegenteil: Wie es aussieht, scheint der Zug der Zeit zur Zeit eher in die falsche Richtung zu fahren. Und wenn der Zug erst mal in die falsche Richtung fährt – das wußte schon Franz Josef Strauß –, dann sind halt auch alle Stationen falsch. Vorläufig geht es den Leuten anscheinend mit hoher Prio darum, verbliebene Reste klarer Sprache, unser wohl wichtigstes Werkzeug im Kampf gegen Widrigkeiten, nach Kräften abzuschaffen oder zumindest aufzuweichen. Einfach mal sagen, was ist, kommt zunehmend aus der Mode. Man könnte ja jemandem (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) auf die empfindlichen Pfötchen treten. Wenn’s aber doch dem Fortschritt und der Rücksicht dient? Bolle meint: Definiere »Fortschritt«. Das aber ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Mi 17-03-21 Der Super-Schlau-GAU

Noch ist nicht aller Tage Abend.

Gelegentlich, das muß man ihr lassen, bringt die ›Bild‹ die Dinge kurz und knackig auf den Punkt. Zum Beispiel heute mit der Headline »Der AstraZeneca-Super-GAU«. Andere Blätter im Walde, die sich mehr der Seriosität verpflichtet fühlen, geben sich da deutlich zurückhaltender und berichten, eher blaß, daß laut EU-Behörde der Nutzen einer Impfung die Risiken eindeutig überwiege, bzw., noch blasser, daß die EMA den Impfstoff „verteidigt“. Allein die ›taz‹ weiß Rat: „Uns bleibt immer noch Mallorca.“ Gut zu wissen.

Kurzum: Die Kacke ist am dampfen. Allein: Haben wir uns wirklich sehenden Auges „in Gefahr begeben“? Sind wir wirklich so starrköpfige Menschen, wie das Buch Sirach das nahelegt? Nicht wirklich. Bolle hält das Bild für schief. Wir „begeben“ uns nicht regelrecht in Gefahr. Eher scheint es so zu sein, daß wir nolens volens und ganz allmählich in immer widriger werdende Umstände reinschliddern. Eine slippery slope, wie die Angelsachsen das trefflich nennen.

Wir hatten das Thema vor einiger Zeit schon mal angesprochen (Di 02-02-21 Von Gänseblümchen und Brennesseln) und dabei festgehalten: „Wenn es nicht gelingt, die Probleme an der Wurzel zu packen, dann wird sich für jedes einzelne Problem, das wir erfolgreich lösen, ein ganz ähnlich gelagertes Problem an irgendeiner anderen Stelle einstellen.“ Aber wie soll das gehen in einer Welt, die noch an isolierte Fakten glaubt? (vgl. dazu Sa 16-01-21 Wirklich wahr?) und von solidem Überblick nur wenig wissen will?

Dabei ist das alles nicht wirklich neu. Dietrich Dörner hat bereits 1989 in seiner, übrigens höchst lesenswerten, »Logik des Mißlingens« eine dringende Empfehlung auf den Punkt gebracht: Nicht schneller in komplexe Systeme eingreifen als man die Auswirkungen einigermaßen sicher überblicken kann. Komplizierter ist es nicht. Aber wie, bitteschön, soll das gehen in einer ›Time is money‹-Welt?

So richtig dumm wird es, wenn das, was man tut, erst mit einiger oder gar erheblicher Verzögerung seine Wirkung entfaltet: Wenn man jetzt die Heizung aufdreht, dann dauert es noch ein ganzes Weilchen, bis es warm wird in der Bude. Hysteresis (›Nachwirkung‹) nennt’s die Kybernetik. Licht dagegen kommt sofort. Als Faustregel mag gelten: Je „komplexer“ ein System, desto größer die Wahrscheinlichkeit von richtig fetten Hysteresen. Als Hinweis darauf, daß das alles schon länger klar sein könnte, wollen wir uns mit Lorenz’ »Todsünden der zivilisierten Gesellschaft« (1973), den »Grenzen des Wachstums« des Club of Rome (1972) und vielleicht noch Malthus’ »Principle of Population« (1798) begnügen. Alles soweit unwiderlegt, und alles erst mal weggelächelt, frei nach Artikel 3 vons „Rheinisch Jrundjesetz“: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Bolle meint: Kieken wa ma. Bis dahin wäre es wohl keine schlechte Idee, erstens den Panoramablick zu stählen und zweitens die Langmut. Es muß nicht alles über Nacht passieren und schon gar nicht um jeden Preis.

Das Buch Jesus Sirach empfiehlt dazu an gleicher Stelle: Strebe nicht nach dem, was zu hoch ist für dich, und frage nicht nach dem, was deine Kraft übersteigt … (Sir 3, 22, im Abschnitt »Von der Demut«). Immerhin: Wir wissen jetzt, was „Sinusvenenthrombosen“ sind. Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

So 14-03-21 Licht am Ende der Trasse?

Licht am Ende der Trasse.

Dieser Tage wurde uns von höchster wissenschaftlicher Stelle verkündet, wir befänden uns, was Corönchen angeht, im letzten Drittel eines Marathons, und das sei bekanntlich das schwerste. Bolle meint: Na denn. Der Mann ist Wissenschaftler. Der muß es ja wissen.

Rechnen wir mal nach und gehen dabei davon aus, daß der „Marathon“ der Einfachheit halber ziemlich genau heute vor einem Jahr angefangen hat. Und nehmen wir an, daß das „letzte Drittel“ gerade eben erst begonnen habe. Sich „im letzten Drittel“ zu befinden, könnte ja durchaus auch heißen, daß man unmittelbar vor der Ziellinie steht. Aber das war sicherlich nicht gemeint von höchster Stelle. Demnach hätten wir also weitere sechs Monate „Marathon“ vor uns und würden die Ziellinie Mitte September erreichen. Na toll!

Dumm nur, daß Mitte September in unseren Breiten üblicherweise der Herbst beginnt: Grippezeit! Bolle findet es eher unwahrscheinlich, daß sich Corönchen ausgerechnet dann geschlagen geben wird. Aber wenn wir bis dahin doch alle „durchgeimpft“ sein werden? Vermutlich ist das gemeint. Von möglichen Mutanten, die nach dem „Hase und Igel“-Prinzip durchaus schneller sein könnten als die noch zu entwickelnden Vakzine, wollen wir hier einmal absehen. Reine Spekulation!

Schwerer wiegt folgendes: Es gibt Sportarten, die werden auf Zeit gespielt. So dauert ein Fußballspiel 90 Minuten, plus meist ein wenig Verlängerung und ggf. Nachspielzeit. Hier läßt sich also durchaus abschätzen, ob man sich „im letzten Drittel“ befindet oder nicht. Bei anderen Wettkampfarten, wie etwa Tennis, ist das aber nicht der Fall. Hier wird ergebnisorientiert gespielt – man braucht, um zu gewinnen, soundso viele Sätze Vorsprung vor dem Gegner. Das hat Konsequenzen. Das kürzeste offizielle Match, das Bolle bekannt ist, hat zum Erstaunen der Fachwelt nicht einmal eine halbe Stunde gedauert, das längste in einem Grand-Slam-Finale der Herren über 11 Stunden. Hier von irgendwelchen „Dritteln“ zu reden, in denen man sich befinden mag, ist demnach völlig sinnlos. Es dauert, solange es dauert.

Und? Wie ist es bei einem Marathon-Lauf? Hier wird sozusagen „auf Raum“ gespielt. Wir haben es weder  mit einer Spielzeit zu tun wie beim Fußball noch mit einem Spielstand wie beim Tennis. Es geht schlicht und ergreifend darum, die 42.195 Meter hinter sich zu bringen – und das möglichst schnell.

Und? Was hat Corönchen mit einem Marathonlauf zu tun? Nach allem rein gar nüscht. Es gibt keine Ziellinie – so sehr sich mancher die auch wünschen mag. Corönchen gleicht eher einem Tennismatch – und kann dabei, um im Bild zu bleiben, ein halbes Jahr dauern oder eben auch 11 Jahre. Aber laßt uns nicht hysterisch werden.

Was richtig schwer wiegt: Wir kennen aus der Sozialpsychologie den sogenannten »Halo-Effekt« als eine von mehreren möglichen Formen von Wahrnehmungsverzerrung. Der unmittelbare Eindruck, den eine Person (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) auf uns macht, umgibt die Person wie ein sozialpsychologisches „Kraftfeld“. Wer beim ersten Eindruck attraktiv wirkt, charmant ist und auch redegewandt, hat bei uns üblicherweise schon mal einen Stein im Brett und gute Chancen, mit allem, was er sonst so bringen mag, auf sprichwörtlich offene Ohren zu stoßen. Im Grunde ist das die Kernkompetenz aller Blender und Betrüger – was umgekehrt natürlich nicht heißen muß, daß jeder, der charmant rüberkommt, ein Blender oder Betrüger ist. Wichtiger ist die Feststellung, daß das „Kraftfeld“ auch nach hinten losgehen kann: Wer at first glance mit Unsinn um die Ecke kommt, hat’s schwer.

Wenn also einer herkommt und Corönchen mit einem Marathonlauf vergleicht statt mit einem Tennismatch, so führt das, zumindest bei Bolle, sofort und unmittelbar zu schwerem Punktabzug. Bolle glaubt so einem erst mal gar nichts mehr und wittert allenthalben Unrat. Das mag bei vertiefter Betrachtung unhaltbar sein und ungerecht, ist aber erst mal so – und letztlich auch schon wieder ein anderes Kapitel.

Di 02-03-21 Schreibblockade im Wissenschaftsgetriebe?

Schreibblockade im Wissenschaftsgetriebe.

Wir müssen noch mal auf den Wissenschaftsbetrieb zurückkommen. Gestern ging es darum, daß das akademische Jungvolk vom System getrieben wird, viel zu schreiben, wenn es nicht im Gewusel untergehen will. Im Zweifel also Masse statt Klasse. Das war übrigens nicht immer so. So hatte sich Carl Friedrich Gauß, einer der produktivsten Mathematiker aller Zeiten – der übrigens schon zu Lebzeiten Princeps Mathematicorum, also Fürst der Mathematiker, genannt wurde – folgendes zum Wahlspruch gemacht: Pauca, sed matura (Weniges, aber Reifes). Kann man sich einen Gauß mit Schreibblockade vorstellen? Schwerlich. Nun kann natürlich nicht jeder ein Gauß sein. Aber es muß ja auch nicht jeder seinen Senf dazugeben wollen zum Fortschritt der Wissenschaften. Schon Cato der Ältere (234–149 v. Chr.) hat es auf den Punkt gebracht: Rem tene – verba sequentur. Halte Dich an die Sache. Die Worte werden dann schon folgen. Bolle sieht das übrigens ganz ähnlich, wenn er seinen Studenten die Trias »Idee/Plot/Resümee« nebst Gedankenskizze nahelegt. Für Schreibblockaden bleibt da wenig Raum. Wenn man aber keine Idee hat? Dann gibt’s auch nichts zu schreiben. Komplizierter ist es an dieser Stelle wirklich nicht.

Wenn man aber schreiben muß – und zwar möglichst viel –, um im Getriebe weiterzukommen? Dann stimmt was mit dem Getriebe nicht – oder mit den Rädchen, die sich darin befinden. Bolle hat es immer wieder erlebt, daß Studenten (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course), die in Klausuren eine durchaus gute Figur gemacht haben, bei Seminar- und Abschlußarbeiten richtig abgekackt haben. Wie kann das sein? Anfangs war Bolle ratlos. Dabei liegt die Antwort nahe: Für eine Klausur zu lernen ist im Grunde konsumtiv – man muß sich den Stoff einfach nur in den Kopp kloppen. Einen sowohl gehaltvollen als auch geschmeidigen Text zu verfassen ist dagegen produktiv – ein schöpferischer Akt –, den man bestenfalls üben, aber niemals auswendig lernen kann.

Dazu kommt allerdings noch ein weiteres, ganz anders gelagertes Problem. Die Rädchen im Wissenschaftsgetriebe kommen oft überhaupt nicht dazu, Ideen zu entwickeln, weil man dafür einen freien Kopp braucht – und vor allem auch Zeit, einiges an Zeit. Und wer hat die schon, wenn pausenlos jemand mit der sprichwörtlichen Stoppuhr neben einem steht und auf die Erledigung des jeweils nächsten aktuellen „Projektes“ drängt? Hier schimmert sie übrigens unangenehm durch, die „Alles ist möglich“-Hybris (vgl. dazu etwa Fr 18-12-20 Das achzehnte Türchen …). Kurzum: „Man kann die Kreativität nicht aufdrehen wie einen Wasserhahn. Man muß in der richtigen Stimmung sein“, wie Calvin einmal deklamiert hat. In welcher Stimmung?, wollte Hobbes wissen.  „Torschlußpanik.“ Das ist natürlich auch eine Möglichkeit – allerdings dann doch schon wieder auch ein anderes Kapitel.

Mo 01-03-21 Keine Besserung in Sicht?

Keine Besserung in Sicht.

Was meinst Du, Bolle? Wollen wir darauf eingehen? Oder besser jar nich ignorieren? Zwei Gründe sprechen für eine kurze Einlassung. Erstens kam es heute morgen richtig dicke, und zweitens hat sich, wie’s scheint, in den letzten 20 Jahren wenig zum Besseren gewendet – eher im Gegenteil.

Auf ›Wissen Drei‹, der Online-Hochschul-Plattform der ZEIT, findet sich ein Beitrag zum Thema „Besser promovieren“. Da geht’s schon los. Nein: man „promoviert“ nicht – man wird promoviert. Passiv! Vielleicht erhellt sich das besser, wenn wir ›promovieren‹ ausnahmsweise mal eindeutschen, statt umgekehrt. Nun, ›promovieren‹, von lat. promovere ›vorwärts bewegen‹, heißt schlicht und ergreifend ›befördern‹. „Befördert“ aber wird man – und zwar von seiner Fakultät – aufgrund nachgewiesener Leistung in Form einer Dissertation nebst, im Regelfall, Verteidigung derselben im Rahmen eines Fachgespräches (vornehm: Disputation). Das ist das einzige, was ein armer Doktorand aktiv zu seiner Promotion beitragen kann.

Weiter erfahren wir an gleicher Stelle von der „schlechten Betreuung“ der Doktoranden. Bolle meint: Hey Leute, Ihr seid erwachsen! Ihr wurdet ein ganzes Studium lang mehr oder weniger gut „betreut“. Eine Doktorarbeit soll dem Nachweis der Fähigkeit zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit dienen. Is nix mit „Betreuung“ – jedenfalls nicht im Regelfall, vom allfälligen wissenschaftlichen Austausch mit dem Doktorvater (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) einmal abgesehen.

Schließlich wird „hoher Publikationsdruck“ angemeckert. Bolle meint: Ihr wolltet’s doch nicht anders. Wer sich darauf einläßt, seine wissenschaftliche „Exzellenz“, wie es immer so schön hochtrabend heißt, über die schiere Menge seiner Veröffentlichungen messen zu lassen, der muß sich nicht wundern, daß der Publikationsdruck steigt. Wir haben es hier einmal mehr mit einem Nash-Gleichgewicht zu tun: Jeder muß auf Teufel komm raus publizieren, weil die anderen exaktemente das gleiche tun. Das absehbare Ergebnis? Goethe meinte, im West-östlichen Divan: „Getretner Quark // Wird breit, nicht stark.“ Bolle meint: So isset.

Dazu paßt, daß wir – immer noch an gleicher Stelle – erfahren, daß die Universität in Liverpool vorgesehene Entlassungen von Wissenschaftlern von deren Publikationsstärke (bzw. eher Publikationsschwäche) abhängig machen will – und das vornehm „Bibliometrie“ nennt. Bolle meint: Ja, was denn sonst? Wenn ein entsprechendes, im übrigen voll pseudo-objektives Kriterium für die Qualität der Forschung erst mal eingeführt ist, dann wird es früher oder später auch ge- bzw. mißbraucht.

Hätte man die Entwicklung wenigstens absehen können? Leider Ja. Wer mag, mag dazu den Text »Professorenbesoldung« lesen (Professorenbesoldung / Leistungsbewertung). An der Oberfläche geht es dabei um Besoldungsstrukturen – im Kern aber um Leistungsbewertung. Wohl kein ganz uninteressantes Thema in einer „Leistungsgesellschaft“. Der Text stammt aus der Frühzeit der Fehlentwicklung und ist nunmehr satte 20 Jahre alt. Die Ultra-Kurzfassung von nur 1 Seite findet sich in tabellarischer Form am Ende des Textes. Viel Spaß bei der Lektüre.

Und? Was machen die Betroffenen – also diejenigen, für die es sich demnächst ausgeforscht haben dürfte? Schreiben einen Protestbrief. Bolle meint: Erst denken, dann forschen. Und immer schön den Tellerrand im Blick behalten. Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Sa 27-02-21 Wahrheit ohne Klarheit

Wahrheit ohne Klarheit.

Neulich hat Bolle gehört, daß Corönchen in den USA jetzt schon mehr Tote „gefordert“ hat als der 2. Weltkrieg insgesamt. Krass. Ein glattes Faktum, das. Aber ist es auch „wahr“? Nun, nach Angabe des US-Veteranenministeriums belaufen sich die Weltkriegs-Toten auf 405.399. Die Corönchen-Toten dagegen belaufen sich auf bislang 507.800. Also wahr. Aber sind die 405.399 Weltkriegs-Toten wahr? Möglich, aber unwahrscheinlich. Warum? Nun, je genauer eine Zahlenangabe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendein Statistiker an irgendeiner Stelle irgendein Häkchen falsch gesetzt hat. Also „Fake News“? Strenggenommen Ja. Aber kommt es darauf überhaupt an? Natürlich nicht. Das aber ist keine Frage der Fakten – es ist eine Frage der Einordnung.

Was Bolle damit sagen will: Selbst auf der Ebene schlichter, unverbundener Zahlen kommen wir ohne Einordnung nicht aus. Die „nackten Fakten“ vermitteln allenfalls eine erste, ungefähre Orientierung – und bedürfen dringend der Interpretation. Interpretation aber ist eine höhere kognitive Funktion, eine Kunst geradezu, und mit keinem Taschenrechner der Welt zu bewältigen. Die Wahrheit läßt sich nun mal nicht ausrechnen.

Noch bedenklicher wird es, wenn wir nicht auf der Ebene schlichter, unverbundener Zahlen bleiben, sondern zum Beispiel den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen absoluten vs. relativen Zahlen einführen. Hier ergibt sich, daß bislang nur (?) 1,5 Promille der Amerikaner wegen Corönchen verschieden sind (507.800 geteilt durch 328 Millionen). Dem 2. Weltkrieg dagegen sind doppelt so viele, nämlich 3,0 Promille, zum Opfer gefallen (405.399 geteilt durch damals 132 Millionen). Wahr oder nicht wahr? Offenkundig wahr – paßt aber nicht zu unserem Ergebnis von oben. Was nun? Was tun? Wir kommen nicht drum rum: Schon wieder müssen wir einordnen bzw. interpretieren.

Mit den reinen „Fakten“ kommen wir keinen Schritt weiter. Und dabei haben wir erst die Ebenen „schlichte, unverbundene Zahlen“ bzw. „absolute vs. relative Zahlen“ abgehandelt – also voll die Froschperspektive.

Wie steht es um die „nackten Fakten“, wenn wir Attribution ins Spiel bringen – also die Neigung des menschlichen Gehirns, den Tatsachen Ursachen zuzuschreiben? Auch hierfür hat Bolle ein passendes Beispiel gefunden. In einem Beitrag einer an sich seriösen Zeitung heißt es, der Corönchen-Overkill, also der Zeitpunkt, da die Corönchen-Toten die Weltkriegstoten überschritten haben, sei justamente auf den Amtsantritt von Joe Biden gefallen. Fakt oder Fake? Könnte man als Fakt durchgehen lassen. Allerdings müßte man dann alles, was wir bislang gesehen haben, nonchalant ausblenden. Umgekehrt könnte man es also auch als subtile Form von Trump-Bashing durchgehen lassen. Das wäre nicht weniger wahr.

Richtig dumm wird es indes, wenn wir, viertens, „interessengeneigte Wahrheit“ ins Spiel bringen. Auch das ist alles andere als neu. Francis Bacon hat sich schon 1620, also vor nunmehr 400 Jahren, einschlägig geäußert: „Intellectus humanus luminis sicci non est; sed recipit infusionem a voluntate et affectibus, id quod generat Ad quod vult scientias.“ Übersetzen? Übersetzen. „Der menschliche Intellekt leuchtet nicht aus sich heraus. Vielmehr wird er von Wünschen und Leidenschaften gespeist – was dazu führt, daß wir es mit ›Wissenschaft ganz nach Wunsch‹ zu tun haben.“ Kurz und knapp: Wissenschaft wie’s g’rade paßt. Entsprechend können wir „Ad quod vult veritas“ (wörtlich: Wahrheit, wie man’s gerne hätte) knapp mit: „Wahrheit ohne Klarheit“ übersetzen.

Kurzum: Die nackten Fakten könnt Ihr knicken. Nice to have und als Grundlage unverzichtbar – aber ohne Einordnung bzw. Interpretation in keiner Weise zielführend. Warum dann das ganze doch eher unreflektierte „Fakten eintakten“? Nun, jeder tut, wie er kann, meint Bolle. Die solidere Erklärung: Menschliches Orientierungsbedürfnis, eines der kognitiven Grundbedürfnisse. Lieber irgendeinen Plan haben als gar keinen. Wer mag, mag dazu den kurzen Beitrag unter Sa 16-01-21 Wirklich wahr? nachlesen. Das aber ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Mo 22-02-21 Von Wissenschaft, Wahrheit und Wirkung

Von Wissenschaft, Wahrheit und Wirkung.

Heute gönnen wir uns mal wieder was leichteres zur Entspannung  – auch als praktischen Nachtrag zu unserem Thema von neulich (vgl. Sa 16-01-21 Wirklich wahr?). Aber es gibt nun mal Themen, die einen geradezu anspringen. Bei der heutigen Morgenlektüre hat Bolle erfahren, daß „alle zwölf Berliner Amtsärzte“ geschlossen darauf hingewiesen haben, daß die gemessenen „Inzidenzen“ nicht nur davon abhängen, wie viele Leute sich frisch infiziert haben, sondern auch davon, wie viele Leute sich testen lassen – und damit lange nicht so aussagekräftig sind, wie wir das gerne hätten. Kiek ma eener an. Als Donald Trump sich vor einiger Zeit ganz ähnlich geäußert hatte, war voll der Teufel los. Warum dann tagtäglich die tagesgenaue massenmediale Vermittlung der Werte? Bolle meint: Das soll so wirken, als habe man, wenn schon nicht Corönchen an sich, so doch zumindest „die Daten“ im Griff. Und dann so was. Das zieht dem Orientierungsbedürfnis – einem der vier kognitiven Grundbedürfnisse und damit essentiell für das seelische Wohlbefinden – doch glatt den Boden unter den Füßen weg. Ja, dürfen die das denn?

Wir hätten diesen Punkt vielleicht gar nicht erwähnt – hätte da nicht ein Hamburger Wissenschaftler ein 105-seitiges Thesenpapier veröffentlicht, das einen Laborunfall in Wuhan als Ursache der Corönchen-Pandemie nahelegt. Ja, darf man das denn als Wissenschaftler? Eine abweichende Meinung vertreten und damit das Orientierungsbedürfnis der Leute erschüttern? Die Leute erwarten von der Wissenschaft die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Dumm nur, daß Wissenschaft so nicht funktioniert. Wissenschaft ist, auf den Punkt gebracht, ein Wettbewerb um Wahrheit (neudeutsch: ein Trial-and-Error-Prozeß), der naturgemäß mehr Versuch und mehr Irrtum hervorbringt als abschließende Wahrheiten. Und? Was kommt pressevermittelt beim Volk an? „Hört auf die Wissenschaft“ – die haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Bolle meint: Hört, hört. Und so wird auch unverzüglich die unzureichende „Wissenschaftskommunikation“ der Uni Hamburg angemeckert. Im Grunde läuft das auf das Ansinnen hinaus, dem Volk nur wirkliche, abschließende Wahrheiten zu servieren – möglichst mainstream-kompatibel. Allerdings liegt es im Wesen der Wissenschaften, daß damit bis auf weiteres nicht zu rechnen ist. Dumm, das.

Das letzte Beispiel für heute: Die Energie-Effizienzklassen, etwa von Kühlschränken, sollen von inflationären A + + + für die beste Einstufung auf eine Skala von A bis G umgestellt werden – wobei A für die schlechteste und G für die höchste Energie-Effizienz stehen soll. Bolle meint: Ist aber auch verwirrend. Wo sind eigentlich die Marketing-Experten und Sprach-Designer, wenn man sie mal braucht? Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Mi 17-02-21 Na, und denn — ?

Na, und denn — ?

Die Textstelle stammt aus Kurt Tucholskys bitter-süßem Gedicht »Danach«. Das ist auch schon wieder 90 Jahre her bzw. für alle, die kleine Zahlen und große Einheiten lieber haben, drei Generationen. Ja, passiert denn nie was wesentliches auf der Welt? Und so endet Tucholskys Gedicht auch recht nüchtern:

Der olle Mann denkt so zurück:
wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch und Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

Vabrühte Milch und Langeweile. Herrlich. Bolle liebt es, wenn Dichter die Dinge auf den Punkt bringen. Zur Zeit tun wir so, als sei Corönchen – ein Begriff, der vielen nur als Determinativ-Kompositum und ohne Diminutiv, also ›Corona-Pandemie‹ über die Lippen gehen will – eine Ausgeburt des Leibhaftigen. Also nüscht wie weg – und zwar so schnell wie möglich.

Auch über den Weg zum „weg“ herrscht Einigkeit. Wir haben das an anderer Stelle einmal »Humans go Borg« genannt (vgl. Sa 09-01-21 Und? Wie geht’s weiter?). Na, und denn – ? Denn kieken wa ma. „Back to normal“ heißt die Devise. Which normal?, fragt sich Bolle. Aus den corönchenbedingten Staatsschulden wollen wir, wenn man den Verlautbarungen Glauben schenken darf,  mir nichts dir nichts mal eben „rauswachsen“. Na toll. Die Umwelt läßt grüßen – und Perspektive geht irgendwie anders.

Bolle hat es vor einiger Zeit unternommen, eine Liste zu erstellen mit allem, was uns seit längerem schon plagt, und ist dabei auf schlanke 19 Punkte gekommen. Auf zwei, drei Punkte mehr oder weniger kommt es hier nicht an. Das klingt im Grunde noch beherrschbar – geht aber wohl nicht ohne Plan. Hier Bolles abgespeckte Liste, gekleidet in drei grundlegende Fragen:

Erstens: Wie kann es sein, daß die Weltbevölkerung in toto so wenig kreislaufkritisch ist?  Die hervorstechendsten Punkte sind hier vor allem der Atommüll und, weit abgeschlagen, der Plaste-Müll. Zweitens: Wie kann es sein, daß die Weltbevölkerung in toto ernstlich glauben kann, daß dieser Planet Platz für 8 Milliarden Erdenbürger bietet? Und drittens: Wie können wir glauben, daß sich die zu lösenden Probleme auf dem Wege von Mehrheitsentscheidungen werden lösen lassen – wo uns doch die Nash-Gleichgewichte (übrigens ein weiterer Punkt auf Bolles Liste) regelrecht ins Gesicht springen? Wir werden darauf zurückkommen. Das aber ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.