Mo 01-03-21 Keine Besserung in Sicht?

Keine Besserung in Sicht.

Was meinst Du, Bolle? Wollen wir darauf eingehen? Oder besser jar nich ignorieren? Zwei Gründe sprechen für eine kurze Einlassung. Erstens kam es heute morgen richtig dicke, und zweitens hat sich, wie’s scheint, in den letzten 20 Jahren wenig zum Besseren gewendet – eher im Gegenteil.

Auf ›Wissen Drei‹, der Online-Hochschul-Plattform der ZEIT, findet sich ein Beitrag zum Thema „Besser promovieren“. Da geht’s schon los. Nein: man „promoviert“ nicht – man wird promoviert. Passiv! Vielleicht erhellt sich das besser, wenn wir ›promovieren‹ ausnahmsweise mal eindeutschen, statt umgekehrt. Nun, ›promovieren‹, von lat. promovere ›vorwärts bewegen‹, heißt schlicht und ergreifend ›befördern‹. „Befördert“ aber wird man – und zwar von seiner Fakultät – aufgrund nachgewiesener Leistung in Form einer Dissertation nebst, im Regelfall, Verteidigung derselben im Rahmen eines Fachgespräches (vornehm: Disputation). Das ist das einzige, was ein armer Doktorand aktiv zu seiner Promotion beitragen kann.

Weiter erfahren wir an gleicher Stelle von der „schlechten Betreuung“ der Doktoranden. Bolle meint: Hey Leute, Ihr seid erwachsen! Ihr wurdet ein ganzes Studium lang mehr oder weniger gut „betreut“. Eine Doktorarbeit soll dem Nachweis der Fähigkeit zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit dienen. Is nix mit „Betreuung“ – jedenfalls nicht im Regelfall, vom allfälligen wissenschaftlichen Austausch mit dem Doktorvater (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) einmal abgesehen.

Schließlich wird „hoher Publikationsdruck“ angemeckert. Bolle meint: Ihr wolltet’s doch nicht anders. Wer sich darauf einläßt, seine wissenschaftliche „Exzellenz“, wie es immer so schön hochtrabend heißt, über die schiere Menge seiner Veröffentlichungen messen zu lassen, der muß sich nicht wundern, daß der Publikationsdruck steigt. Wir haben es hier einmal mehr mit einem Nash-Gleichgewicht zu tun: Jeder muß auf Teufel komm raus publizieren, weil die anderen exaktemente das gleiche tun. Das absehbare Ergebnis? Goethe meinte, im West-östlichen Divan: „Getretner Quark // Wird breit, nicht stark.“ Bolle meint: So isset.

Dazu paßt, daß wir – immer noch an gleicher Stelle – erfahren, daß die Universität in Liverpool vorgesehene Entlassungen von Wissenschaftlern von deren Publikationsstärke (bzw. eher Publikationsschwäche) abhängig machen will – und das vornehm „Bibliometrie“ nennt. Bolle meint: Ja, was denn sonst? Wenn ein entsprechendes, im übrigen voll pseudo-objektives Kriterium für die Qualität der Forschung erst mal eingeführt ist, dann wird es früher oder später auch ge- bzw. mißbraucht.

Hätte man die Entwicklung wenigstens absehen können? Leider Ja. Wer mag, mag dazu den Text »Professorenbesoldung« lesen (Professorenbesoldung / Leistungsbewertung). An der Oberfläche geht es dabei um Besoldungsstrukturen – im Kern aber um Leistungsbewertung. Wohl kein ganz uninteressantes Thema in einer „Leistungsgesellschaft“. Der Text stammt aus der Frühzeit der Fehlentwicklung und ist nunmehr satte 20 Jahre alt. Die Ultra-Kurzfassung von nur 1 Seite findet sich in tabellarischer Form am Ende des Textes. Viel Spaß bei der Lektüre.

Und? Was machen die Betroffenen – also diejenigen, für die es sich demnächst ausgeforscht haben dürfte? Schreiben einen Protestbrief. Bolle meint: Erst denken, dann forschen. Und immer schön den Tellerrand im Blick behalten. Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

So 28-02-21 Demokratischer Sozialkredit?

Demokratischer Sozialkredit?

Neulich hat Bolle am Rande in einen Wilsberg-Krimi reingehört: »Überwachen und belohnen« (1. Folge der 8. Staffel / die kommenden 12 Monate in der ZDF-Mediathek verfügbar / reinkieken lohnt). Dabei ging es darum, daß in Münster, dem üblichen Schauplatz der Serie, auf freiwilliger Basis ein Sozialkreditsystem eingeführt wurde, bei dem man, anders als etwa in China, mitmachen konnte oder auch nicht. Und? Haben die Leute mitgemacht? Aber Ja doch. Zum einen, weil sie meinten, daß sie sich ja schließlich nichts vorzuwerfen hätten – warum sich das dann nicht ganz nebenbei in Punkten entlohnen lassen? Zum anderen aber, weil sich herumgesprochen hatte, daß ein erfreulicher Punktestand sich durchaus günstig auf die eigene Karriere auswirken kann.

Kurzum: in einem Sozialkreditsystem kriegt man für alles, was man tut, umgehend die Rechnung präsentiert – oder eine Gutschrift. Was Bolle on second thought wirklich irritiert hat: Ist das nicht der „Markenkern“ des „Kapitalismus“? Brauchen wir dafür die Chinesen?

Steven Landsburg hat es bereits 1993 gleich zum Einstieg in sein Bändchen »The Armchair Economist« auf den Punkt gebracht: „Most of economics can be summarized in four words: ›People respond to incentives.‹ The rest is commentary.“ Übersetzen wir das besser: Der Gegenstand der Wirtschaftswissenschaften kann im wesentlichen mit vier Wörtern zusammengefaßt werden: ›Leute reagieren auf Anreize‹. Der Rest ist Kommentar.

Den Spruch könnte man ohne Bedenken zum Motto eines Sozialkreditsystems machen. Warum dann der Uffriß? Bolle meint, hier kommt wirklich einiges durcheinander, namentlich die Themenfelder »Freiheit und Verantwortung«, »Demokratie vs. Diktatur«, »Demokratie und Kapitalismus«, und nicht zuletzt auch »Sozialisation« an sich – also definitiv mehr, als wir uns für heute auf den Sonntag zumuten sollten.

Und überhaupt. Was ist mit der Wizarding World, also J. K. Rowling’s Welt der Zauberer? Da begegnet uns ganz offenkundig ein Sozialkreditsystem par excellence – geradezu ein Sozialisationssystem. Soweit Bolle sehen kann, hat das bislang noch keinen irritiert. Weil es hier nur um Fantasy geht? Oder weil es, von gelegentlichen Entgleisungen des Severus Snape einmal abgesehen, im großen und ganzen recht gut funktioniert? Fragen über Fragen. Das aber ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

So 21-02-21 Die große Schwester der Freiheit …

Die große Schwester der Freiheit.

Erst mal übersetzen? Besser isset. „ … der Ruf nach „Recht“ und „Freiheit“ hallt allenthalben durch die Lüfte. Aber was meinen wir mit „Freiheit“? Als man sich darauf verständigt hatte, Raub und Diebstahl zu verbieten, hat das die Freiheit ausgedehnt – und nicht etwa eingeschränkt.“ Und so geht es weiter im Text: „Einzelne, die sich an die Logik der Allmende halten, erreichen lediglich die Freiheit, den allgemeinen Ruin herbeizuführen. Erst wenn wir die Notwendigkeit verbindlicher Regeln einsehen, gewinnen wir die Freiheit, uns edleren Taten zu widmen. Ich glaube, es war Hegel, der gesagt hat: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.“ Soweit der Text.

Was aber ist die ›Logik der Allmende‹? Hier die Ultra-Kurzfassung: Wenn ein Bauer seine Kuh auf die Gemeindewiese (Allmende) treibt, auf daß sie dort möglichst viel fressen möge, macht das aus seiner Sicht Sinn. Wenn das aber alle so machen, wird die Wiese überweidet und macht schlapp – zum Nachteil aller Bauern. Das ist es, was Hardin mit „allgemeinem Ruin“ meint. Eine naheliegende Lösung: Verbindliche Regeln, was das Weiderecht angeht. Das hat, historisch gesehen, auch zufriedenstellend funktioniert. Zumindest so lange, bis liberale, also „freiheitsliebende“ Ökonomen auf den Plan getreten sind und verkündet haben: Ganz im Gegenteil: Die Weide muß einem gehören, der sie, gegen Geld natürlich, verpachtet. Der „Herr der Weide“ wird dann schon im eigenen Interesse dafür sorgen, daß es zu keiner Überweidung kommt. Kann man das so sehen? Natürlich. Muß man das so sehen? Natürlich nicht. Den freiheitsliebenden Ökonomen hat es bekanntlich schon immer, Hegel 2.0, an Einsicht in die Sozialverträglichkeit gemangelt. Diesen Punkt wollen wir heute aber nicht weiter vertiefen. Hier bleibt nur festzuhalten: Verantwortung ist die große Schwester der Freiheit. Wir hatten es bereits erwähnt (vgl. Sa 06-02-21 Multiples Organversagen: Der Globus quietscht und reihert …).

Was hat das mit uns zu tun? Werfen wir einen Blick in die Welt. Da hätten wir „Libertad Pablo Hasél“ – also den Ruf nach Freiheit für einen spanischen Rapper, der wegen Majestätsbeleidigung zu 9 Monaten Haft verurteilt wurde. Da hätten wir Alexei Nawalny, der wegen Verunglimpfung eines Kriegsveteranen zu einer Geldbuße von umgerechnet zwei mittleren russischen Jahreseinkommen verurteilt wurde. Warum? Beide haben in ihren Freiheitsbestrebungen gegen die jeweils geltenden Regeln verstoßen und wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Aber darf ein Staat, egal ob Spanien oder Rußland, so was denn? Einfach Regeln aufstellen? Bolles Befürchtung: er darf nicht nur – er muß sogar. Aber sind die Regeln nicht viel zu hart? Nun, auch in Deutschland ist „Majestätsbeleidigung“ strafbewehrt. Nur heißt es hier „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“, § 90 StGB, und führt auch zu bis zu 5 Jahren Haft. Aber auch „Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des öffentlichen Lebens“, § 188 StGB, ist in Deutschland gleichermaßen strafbewehrt. Und selbst für die „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“, § 189 StGB, sind noch bis zu 2 Jahren Haft oder Geldstrafe fällig.

Aber kann man das denn überhaupt vergleichen? Ist Spanien nicht eine Diktatur? Aber Ja doch. Erstens kann man ganz grundsätzlich alles mit allem vergleichen – was allerdings nicht heißen soll, daß man alles mit allem gleichsetzt. Aber laßt uns besser nicht trivial werden. Übrigens: Hardin’s Hegel-Zitat ist definitiv nicht von Hegel. Aber das ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Mi 17-02-21 Na, und denn — ?

Na, und denn — ?

Die Textstelle stammt aus Kurt Tucholskys bitter-süßem Gedicht »Danach«. Das ist auch schon wieder 90 Jahre her bzw. für alle, die kleine Zahlen und große Einheiten lieber haben, drei Generationen. Ja, passiert denn nie was wesentliches auf der Welt? Und so endet Tucholskys Gedicht auch recht nüchtern:

Der olle Mann denkt so zurück:
wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch und Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

Vabrühte Milch und Langeweile. Herrlich. Bolle liebt es, wenn Dichter die Dinge auf den Punkt bringen. Zur Zeit tun wir so, als sei Corönchen – ein Begriff, der vielen nur als Determinativ-Kompositum und ohne Diminutiv, also ›Corona-Pandemie‹ über die Lippen gehen will – eine Ausgeburt des Leibhaftigen. Also nüscht wie weg – und zwar so schnell wie möglich.

Auch über den Weg zum „weg“ herrscht Einigkeit. Wir haben das an anderer Stelle einmal »Humans go Borg« genannt (vgl. Sa 09-01-21 Und? Wie geht’s weiter?). Na, und denn – ? Denn kieken wa ma. „Back to normal“ heißt die Devise. Which normal?, fragt sich Bolle. Aus den corönchenbedingten Staatsschulden wollen wir, wenn man den Verlautbarungen Glauben schenken darf,  mir nichts dir nichts mal eben „rauswachsen“. Na toll. Die Umwelt läßt grüßen – und Perspektive geht irgendwie anders.

Bolle hat es vor einiger Zeit unternommen, eine Liste zu erstellen mit allem, was uns seit längerem schon plagt, und ist dabei auf schlanke 19 Punkte gekommen. Auf zwei, drei Punkte mehr oder weniger kommt es hier nicht an. Das klingt im Grunde noch beherrschbar – geht aber wohl nicht ohne Plan. Hier Bolles abgespeckte Liste, gekleidet in drei grundlegende Fragen:

Erstens: Wie kann es sein, daß die Weltbevölkerung in toto so wenig kreislaufkritisch ist?  Die hervorstechendsten Punkte sind hier vor allem der Atommüll und, weit abgeschlagen, der Plaste-Müll. Zweitens: Wie kann es sein, daß die Weltbevölkerung in toto ernstlich glauben kann, daß dieser Planet Platz für 8 Milliarden Erdenbürger bietet? Und drittens: Wie können wir glauben, daß sich die zu lösenden Probleme auf dem Wege von Mehrheitsentscheidungen werden lösen lassen – wo uns doch die Nash-Gleichgewichte (übrigens ein weiterer Punkt auf Bolles Liste) regelrecht ins Gesicht springen? Wir werden darauf zurückkommen. Das aber ist dann doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Sa 06-02-21 Multiples Organversagen: Der Globus quietscht und reihert …

Trösterchen — in Mainzer Mundart.

Der Begriff »Trösterchen« (zumindest in der Form »Trostpflaster«) findet sich schon im Grimm’schen Wörterbuch von 1885. Doch das nur am Rande.

Das „multiple Organversagen“ als Analogie zum Zustand der Erde hat Bolle in einem Interview mit Matthias Glaubrecht aufgeschnappt, der 2019 ein Buch mit dem doch etwas reißerischen Titel »Das Ende der Evolution« vorgelegt hat. Laßt uns lieber nicht hysterisch werden. Allerdings könnte es durchaus sein, daß manches, was da in absehbarer Zukunft auf uns zukommen könnte, so manchem (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) so rein gar nicht schmecken wird. Seit Malthus (1798) – das ist auch schon wieder über 200 Jahre her – ist klar, das ein System, das nicht gesteuert wird („preventive check“) dazu neigt, sich selber zu steuern („positive check“) – mit welchem Ergebnis auch immer. Übrigens war Malthus seinerzeit vorsichtig genug, sein Werk zunächst nur unter Pseudonym zu veröffentlichen.

Was können wir an dieser Stelle tun? Mehr als eine Shortlist der drängendsten Probleme ist hier unmöglich drin – immerhin verbunden mit dem Versprechen, auf diesen oder jenen Punkt zu gegebener Zeit zurückzukommen.

Betrachten wir als erstes die Weltbühne: Da hätten wir zunächst Corönchen – ein Virus, das die Frechheit hat, auch noch zu mutieren. Kiek ma eener an. Dann hätten wir aktuell noch Endlager – wo allein der Begriff auf eine ziemlich naive Vorstellung von „Ende“ schließen läßt. Sagen wir so: Eine Zivilisation, die von den ersten Anfängen an (neolithische Revolution) seit maximal 10.000 Jahren besteht, schickt sich an, ihren Zivilisationsmüll für die nächsten 100.000 Jahre, oder länger, zu verbuddeln. Was soll man da noch sagen? Da gehören die aktuellen Probleme mit Rußland (pöser, pöser Putin) fast schon in die Kategorie Petitessen. Deutlich krasser steht es da ums Klima – von dem man übrigens schon länger nicht mehr allzu viel gehört hat. Im Gegenteil: die politischen Eliten versuchen uns einzureden, daß wir nach der „Rückkehr zur Normalität“ aus den Corönchen-Schulden rucki-zucki (also zu Lasten des Klimas) wieder „rauswachsen“ werden. Bolle meint: Geht’s noch? Sonst keene Idee? Migrationsprobleme? Klären wa nach Corönchen. Dabei war es ausgerechnet Migration, die 1.000 Jahren römischer Weltherrschaft den Garaus gemacht haben. Das aufkommende Christentum hat dann nur den Rest erledigt. Platz 1 der Probleme auf der Weltbühne gebührt aber wohl unangefochten der desaströsen Bevölkerungsentwicklung. Hier ist zur Zeit keinerlei Lösung in Sicht – nicht einmal die Einsicht in das Problem.

Auf der politischen Ebene haben wir es mit einem veritablen blinden Fleck in puncto Verantwortung zu tun. Alle schreien laut und gut hörbar nach Freiheit. Daß Verantwortung aber nun mal unbestreitbar die große Schwester der Freiheit ist? Sollen doch kommende Generationen klären. Dazu kommt der fehlende Sinn für jede Form von Beißhemmung. Wenn’s der „guten Sache“ dient, ist jedes Mittel recht. Wobei die „gute Sache“ selbstredend immer nur die eigene Sache ist – also nicht etwa und schon gar nicht die von Putin, zum Beispiel. Sancta simplicitas, meint Bolle. Drittens schließlich müssen wir hier auch das unzureichende Verständnis dessen, was es heißt, ein Volk zu „einen“, erwähnen. Alle haben sich lieb? Bolle könnte glatt kotzen ob so viel Einfalt.

Die Hauptprobleme auf der wissenschaftlichen Ebene sind und bleiben wohl das unzureichende Verständnis der Exponential-Funktion sowie der Bedeutung von NashGleichgewichten.

Auf der sozialen Ebene schließlich haben wir es in erster Linie mit Geschichtsblindheit zu tun („Geschichtsvergessenheit“ wäre hier das falsche Wort: vergessen setzt voraus, daß da mal was gewußt wurde – wovon wir aber durchaus nicht ausgehen können). Dazu kommt eine ausgeprägte Erregungsneigung (hier von „Kultur“ zu sprechen wäre wiederum schamlos überzogen). So richtig zur Geltung kommt das allerdings erst durch den Journalismus 2.0 als veritablem Erregungsverstärker – so eine Art soziales Viagra, was durchaus nicht dem ursprünglichen Verfassungsauftrag als „vierte Gewalt“ entspricht. Immerhin: So hat man was zu berichten. Wie aber wär’s mit einfach mal stille schweigen? Hinzu kommt schließlich und letztlich noch die offenkundige Unfähigkeit bzw. zumindest Unwilligkeit, anstehende Probleme zu priorisieren und einer gebührlichen Reihenfolge nach abzuarbeiten. Nein – gendergerechtes Gequatsche ist derzeit nicht das wichtigste Problem, das wir haben auf der Welt.

Soweit unsere Abarbeitungs-Liste. Lang genug isse ja …

Wenn Bolle ein Spielautomat wäre, dann hätte er – ohne das auch nur im entferntesten  defaitistisch zu meinen – vermutlich längst ein fröhliches „Game over“ ausgespuckt (vgl. dazu Di 22-10-19 Rente mit 69). Vor allem bei gepflegteren Spielen wie etwa Schach gibt man die Partie ja auch verloren, bevor der König endgültig umgehauen wird.

Übrigens: Den Begriff „reihern“ gibt es wirklich. Bolle hat das überprüft. Es bedeutet ›heftig kotzen‹ und findet sein Bedeutungsmotiv erstaunlicherweise im dünnflüssigen Kot (!) des einschlägigen Federviehes. Aber erstens weiß so etwas heute ohnehin kaum einer mehr – darum erwähnen wir es ja – und zweitens wäre das ohnehin ein durchaus anderes Kapitel.

Mi 27-01-21 Wahn und Wirklichkeit

Wahn und Wirklichkeit in der Dreigroschenoper.

„Wahn“ – das ist den meisten nicht klar – ist ein uraltes Wort. Der Ursprung läßt sich zurückverfolgen bis ins Althochdeutsche und darüber hinaus ins Germanische, Gotische und Altnordische. Und überall bedeutet es das gleiche – nämlich ›Hoffnung, Erwartung‹. Man könnte auch sagen: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die semantische Nähe zu „Wahnsinn“ dagegen ist vergleichsweise jung. Um vermeidbaren Konfusionen vorzubeugen, sollten wir uns besser auf „Wunsch und Wirklichkeit“ verständigen.

Die Wirklichkeit taucht regelmäßig im Singular auf – auch wenn die Perspektiven darauf höchst vielfältig sein mögen. Der Wünsche dagegen gibt es furchtbar viele. Auf den Brecht’schen Punkt gebracht: Wer plant, muß wählen. Damit ist zwar noch lange nicht gesagt, daß der Plan dann auch „geht“. Aber immerhin: It’s a start. Aber wählen – man könnte auch sagen: entscheiden – ist beileibe nicht jedermanns Sache. Und das ist karrieretechnisch ja auch durchaus klug. Wenn einer sagt: Dieses will ich, jenes nicht – dann hat er, namentlich in einer pluralistischen und massenmedial gesteuerten Gesellschaft, sofort alle am Hals, die exaktemente das Gegenteil wollen. Und wenn sich – rückblickend betrachtet – mehr oder weniger „nachweisen“ läßt, daß das ursprünglich Gewollte in eine Sackgasse geführt hat oder zumindest schwere „Nebenwirkungen“ mit sich gebracht hat, dann steht’s schlecht um die weitere Karriere. Folglich produziert „das System“ scharenweise Leute, die sich vernünftigerweise immer schön bedeckt halten. Einer Problemlösung, die den Namen verdient, kommt das allerdings  weniger zugute. So ist das nun mal bei Nash-Gleichgewichten. Sei’s drum.

Was hat das alles mit Corönchen zu tun? Corönchen – das scheint Bolle das Gute daran – wird uns zwingen, unsere vielfältigen Wünsche mit der einen Wirklichkeit abzugleichen. Im Zweifel gewinnt die Wirklichkeit – egal, was wir für wünschenswert halten. Im Moment sieht es ganz danach aus, als würden die „Markt-Taliban“ – die die letzten Jahrzehnte absolut die Oberhand hatten –  ein wenig in die Defensive geraten. Und das ist wohl auch gut so – andererseits dann aber doch schon wieder ein anderes Kapitel.

Mo 18-11-19 Catch as catch can

Sobald es im Berufsleben anstrengender wird, ducken sich Frauen gern weg. Sie seien eben nicht so machtgeil wie Männer, sagen sie dann.

Gefunden auf Spiegel Online, dem Sturmgeschütz der Ochlokratie. Der Beitrag ist allerdings schon vom 9. Oktober 2018 – also immerhin über 1 Jahr alt. Im folgenden erfahren wir:

Vor einiger Zeit saß ich mit zwei Freundinnen zusammen. Es ging um das Thema Altersvorsorge. Sie erzählten von ihrem Rentenbescheid, wonach sie rund 800 Euro Rente erhalten würden, wenn sie die nächsten 25 Jahre so weiterarbeiteten wie bisher.

„Mit Freundinnen zusammenzusitzen“, da ist sich Bolle sicher, gilt in der Tat nicht als Anrechnungszeit im rentenrechtlichen Sinne. Also, was tun? „Machtgeiler“ werden, etwa?

Ich sagte erst mal gar nichts.

Bolle meint: Recht so. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Einfach mal Klappe halten – namentlich in aussichtslosen Lagen.

Das Gespräch drehte sich weiter, es ging um die Frage, ob man zur Altersabsicherung nicht doch eine Wohnung oder ein Haus kaufen solle, auch wenn man nicht genug verdiene.

Kieken wa ma, was die Bank zu solchen Plänen sagt. So richtig aussichtsreich klingt das nicht. Doch halt! Rettung naht.

Aber vielleicht werde der Ehemann ja demnächst mehr verdienen, das wäre doch schön.

In der Tat. Das wäre schön. Bleibt nur zu hoffen, daß er das mehr Verdiente im Zuge seines absehbar zu erwartenden „zweiten Frühlings“ – der mittlerweile ja gesellschaftlich voll und ganz akzeptiert ist – nicht in eine soziale Verjüngungskur stecken wird. Neue Familie, neues Leben. Ciao, Bella.

Das war zu viel für mich.

Recht so. Das ist in der Tat „zu viel“. In schwächeren Momenten denkt Bolle, daß es schon seine Richtigkeit damit haben könnte, daß nicht auch noch jede Frau „so machtgeil wie Männer“ ist. Mit den Machos haben wir schon genug zu tun. Wenn Können und vielleicht sogar Weisheit wenigstens mit der „Machtgeilheit“ mithalten würden. So wie’s aussieht, ist das allerdings nicht unbedingt der Fall.

In der mir eigenen, sehr direkten Art fragte ich die beiden Freundinnen, ob ihnen erstens klar sei, dass sie ihre Rente versteuern müssten, also weniger als 800 Euro bekämen.

Fake News! Bei 800 Euro muß gegenwärtig niemand groß was versteuern. Da ist der – übrigens bundesverfassungsgerichtlich abgesicherte – Freibetrag vor (BVerfGE 82, 60 aus 1990). Das Problem ist also nicht die Steuer – sondern vielmehr das erbarmenswürdige Einkommen an sich.

Und ob sie auch mal in Erwägung gezogen hätten, sich selbst darum zu kümmern, dass genügend Geld für den Hauskauf, das Alter und generell für den Rest des Lebens vorhanden sei. Sich also nicht auf den Mann an ihrer Seite zu verlassen.

Völlig richtig, das. Unter den gegebenen sozio-ökonomischen Bedingungen ist das in der Tat der womöglich einzig gangbare Weg. Allerdings ist das leichter gesagt als getan.

Ich gebe zu, ich bin familiär vorbelastet.

Ich gebe zu, meint Bolle, bin intellektuell vorbelastet. Dieses Spiel ist nicht zu gewinnen. Vor allem dann nicht, wenn man sich den Schuh anzieht, daß jeder und jede seines oder ihres Glückes Schmied ist. Die Individualisierung der Verantwortung in einer systemisch verstrickten Gesellschaft – spätestens 2005 von Altkanzler Schröder im Rahmen seiner unsäglichen „Hartz“-Gesetze eingeführt – führt absehbar zu rein gar nichts – außer zu catch as catch can, einem Spiel, in dem die „Machtgeilen“ zwar nicht unbedingt gewinnen, sich aber immerhin dem Gefühl hingeben können, daß alles rechts und links neben ihnen noch schneller untergeht. Formal gesehen haben wir es also einmal mehr mit einem Nash-Gleichgewicht zu tun. Also, ihr Freundinnen: Macht es wie unser Altkanzler und sucht Euch einen schicken Job bei Gazprom. Dann klappt das auch mit dem Häuschen – notfalls auch völlig männerfrei. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Fr 01-11-19 Klima-Souveränität

„Ich halte nichts von dieser Konsumdebatte, weil die Wurzel der Probleme woanders liegt. Der Konsument kann das Klima nicht retten. Das können nur Politik und Wirtschaft.“

Gefunden unter „Zitate“ in der Tagesspiegel Morgenlage. Wer hat’s gesagt? Sarah Wagenknecht – die nach Bolles Ansicht ja sehr oft sehr, sehr richtig liegt. Hier aber muß Bolle scharf widersprechen: Der Konsument ist an allem „schuld“ – und zwar immer. Wie das? Nun, in seiner Eigenschaft als Konsument entscheidet er, was „die Wirtschaft“ tut. Würde er plaste-verpacktes Gemüse im Regal liegen lassen, dann gäbe es binnen kürzester Zeit kein plaste-verpacktes Gemüse mehr. Würde er es affig finden, mit einem SUV durch die Gegend zu brettern, dann gäbe es keine SUVs. Würde er es geschmacklos finden, mal eben übers Wochenende nach Malle (oder sonstwo hin) zu düsen (und zurück, of course), dann gäbe es solche „Billig-Fliegerei“ nicht. Kurzum: Wo Nachfrage ist, da ist auch Angebot. In dieser Hinsicht ist auf den Kapitalismus Verlaß. Das gleiche gilt für Mädchenhandel, Drogenhandel, Waffenhandel und Organhandel.

Mehr noch: In seiner Eigenschaft als „Souverän“ entscheidet er, was die Politik tut: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus (Art. 20 II S. 1 GG) – ein Prinzip, das in Deutschland sogar mit „Ewigkeitsgarantie“ ausgestattet ist (Art. 79 III GG). Zwar funktioniert dieser Zusammenhang nicht ganz so flott und sehr viel indirekter als in der ökonomischen Sphäre – das Prinzip aber ist das gleiche. Warum überschlagen und überbieten sich denn zur Zeit alle Parteien (mit Ausnahme der AfD vielleicht) mit „Maßnahmen zum Klimaschutz“? Weil sie der Wähler, bildlich gesprochen, ansonsten im Regal liegen läßt. Umgekehrt: Vor 5 oder 10 oder gar 50 Jahren wäre eine solche Ausrichtung politisches Harakiri gewesen. Die Grünen werden wissen, was Bolle meint (5 Mark für einen Liter Benzin, Magdeburg 1998) oder „Veggie Day“ (2013) bzw., ganz allgemein, das Image als „Verbotspartei“. Von so was muß man sich erst mal wieder erholen.

Kurzum: Wir haben es sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik mit einer „Diktatur des Konsumenten“ zu tun dem kapitalistischen Gegenstück zur „Diktatur des Proletariates“. Was nun, sprach Zeus? Im Grunde sieht Bolle zwei polare Optionen: a) Wir bejubeln das als Ideal. In der ökonomischen Sphäre heißt das Zauberwort in der Tat „Konsumentensouveränität“ – und in der politischen Sphäre wollen wir uns „unsere“ Demokratie erst recht nicht nehmen lassen („Ewigkeitsgarantie“, siehe oben). Oder aber, b) wir räumen der Möglichkeit, daß das böse in die Hose gehen kann, wenn wir so weiter machen, eine ernstliche Chance ein. China läßt grüßen.

Ist das bitter? Aber Ja doch! Klingt ein wenig nach „Teufel und Beelzebub“. Formal gesehen haben wir es hier mit einem schlichten Nash-Gleichgewicht zu tun: Wenn jeder das tut, was für ihn hier und jetzt das beste ist, dann kommt auf mittlere und längere Sicht für niemanden das beste bei raus – ganz im Gegensatz zur herrschenden Meinung in den Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Bolle meint: Könnte sein, daß das noch nicht ganz zuende gedacht wurde. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Mo 30-09-19 Schwäbische Hausfrau

Vorsätzlich missachtet sie eine Grunderkenntnis der Volkswirtschaftslehre: Das Sparvermögen ist nichts anderes als Kaufkraft im Wartestand.

So heißt es in Gabor Steingarts Morning Briefing von heute. Gemeint ist die EZB mit ihrer Zinspolitik, die potentiell „Sparvermögen“ abschmelzen läßt. Die interessante Frage an dieser Stelle: Worauf, bitteschön, wartet das Sparvermögen? Die eigentliche „Grunderkenntnis“ der Volkswirtschaftslehre geht eher wie folgt: Der produzierte Güterberg einer Volkswirtschaft und die sich daraus ergebenden Einkommen sind betragsmäßig identisch. Einkommen sind nichts anderes als geldvermittelte Ansprüche an den Güterberg. Wenn nun diese Ansprüche „im Wartestand“ sind – also nicht zu tatsächlicher Nachfrage führen, dann bedeutet das notwendigerweise, daß mehr produziert als nachgefragt wird bzw. daß mehr produziert wird als abgesetzt werden kann. In der Folge werden die Unternehmen ihre Produktion zurückfahren: Der produzierte Güterberg wird kleiner – und damit auch die Einkommen. Kurzum: „Kaufkraft im Wartestand“ führt unvermittelt in eine Rezession. Griechenland läßt grüßen. Dem kann man nur entgehen, indem man die überschüssige Produktion im Ausland absetzt, und zwar auf Kredit – Stichwort „Exportweltmeister“. Die gelegentlich zitierte „Schwäbische Hausfrau“ mag ihren privaten Haushalt kaufmännisch solide führen. Der Volkswirtschaft, in der sie lebt, wird sie aber schaden – und damit auf längere Sicht auch ihrem eigenen Haushaltseinkommen. „Harmlos“ ist etwas an sich so tugendhaftes wie Sparen nur dann, wenn es als tatsächliches Angebot auf tatsächliche Nachfrage am Kapitalmittelmarkt stößt. Davon indessen sind wir zur Zeit weit entfernt. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Keynes, dem vielleicht gebildetsten und weitsichtigsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, war das übrigens vor fast 100 Jahren schon klar. Dazu findet sich ganz aktuell ein hübscher kleiner Podcast (21 min) auf der ARD-Mediathek. Liebsten Dank an Katha, an der übrigens eine Star-Ökonomin verlorengegangen ist, für die Mitteilung.

https://audiothek.ardmediathek.de/items/68154586

Do 10-10-19 Märkte und Zünfte

Für zwölf Berufe hat sich das Kabinett auf eine Wiedereinführung der Meisterpflicht geeinigt. Damit sollten die Qualität und die Qualifikation im Handwerk gestärkt und dessen Zukunft nachhaltig gesichert werden, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Gefunden in der Tagesspiegel Morgenlage. Kiek ma eener an! An anderer Stelle liest sich das wie folgt:

Wir können uns das ganz lebenspraktisch vorstellen: Nehmen wir an, der gestandene Handwerksmeister M konkurriere mit dem Neugründer N um einen Auftrag. M wird – oder muß aus rein rechtlichen Gründen – für seine Mitarbeiter einen Lohnsatz kalkulieren, der auch die oft geschmähten „Lohnnebenkosten“ berücksichtigt, in erster Linie also Beiträge für die Renten- und Krankenversicherung der Mitarbeiter. N dagegen, so wollen wir nur leicht überzeichnend annehmen, meint, auf all das verzichten zu können. Er fühlt sich jung, die Rente ist fern (falls er überhaupt daran glaubt, jemals Rente zu beziehen), und gesund fühlt er sich auch. Entsprechend gering kalkuliert er seine Lohnkosten, macht das „bessere“ Angebot und wird den Auftrag absehbar erhalten. Nun ist es aber so sicher wie das sprichwörtliche „Amen in der Kirche“, daß auch N irgendwann einmal krank sein wird und eines Tages auch so alt, daß er eine Rentenversicherung zu schätzen wissen würde. Umgekehrt formuliert: Neugründer N produziert mit seinem Angebotsverhalten unerwünschte („negative“) externe Effekte, für die über kurz oder lang jemand (im Zweifel also der Steuerzahler) wird aufkommen müssen. Kurzum: Die Kalkulation des Handwerksmeisters M ist kaufmännisch solide bzw. – um es in modernerer Diktion zu fassen – „nachhaltig“. Die Kalkulation des Neugründers N dagegen ist frei von jeglicher kaufmännischen Vorsicht bzw. im Grunde sogar „windig“. Gleichwohl unterstützt das System, wenn es auf diese Weise steuert, das windige Geschäftsgebaren. Damit hätten wir es also auch hier wieder mit einem Nash-Gleichgewicht zu tun. Für jeden einzelnen Anbieter ist es rational, kurzfristig zu denken und zu kalkulieren, um überhaupt Aufträge zu erhalten. Spiegelbildlich ist es für Nachfrager rational, daß günstigere Angebot zu wählen. Dabei entsteht aber, allerdings erst auf mittlere Sicht, eine Situation, die mit bewährter kaufmännischer Vorsicht nur noch wenig zu tun hat. So werden auch die Nachfrager irgendwann feststellen müssen, daß sie die Beträge, die sie bei den Handwerkerrechnungen eingespart haben, später und an anderer Stelle schließlich doch in irgendeiner Form (im Zweifel in Form von Steuern) werden aufbringen müssen.

Soweit der Textauszug. Freie Marktsteuerung einschließlich freien Marktzuganges für prinzipiell alle führt zu den niedrigst möglichen Preisen auf den Gütermärkten – was von vielen Ökonomen als Ideal bejubelt wird. Allerdings führt sie gleichzeitig auch zu niedrigst möglichen Löhnen auf den Arbeitsmärkten und zu einer Verschiebung der Lasten in die Zukunft – was von den meisten Ökonomen allerdings nicht ernstlich in Rechnung gestellt wird. Im Ergebnis hätten wir also erfreulich günstige Güter – bei so unerfreulich niedrigen Löhnen, daß wir uns damit auch die günstigen Güter nicht leisten können.

Also doch lieber Zünfte? Aber das ist ein anderes Kapitel.