Ostermontag 18-04-22 Frohe Ostern, urbi et orbi!

De homine sapiente disjuncto.

So, Ihr Lieben – so ziemlich auf den allerletzten Drücker, ein kleiner Ostergruß. Um Euch die anstehende Frühjahrsmüdigkeit zu versüßen – hier ein kleiner agnostisch-kontemplativer Impuls. Darüber nachdenken könnt Ihr dann selber.

Seit Jahren schon unterscheidet Bolle, was die menschliche Art angeht, sauber zwischen dem homo sapiens lubens und dem homo sapiens cogitans. Die Weisheit, sapientia, führen beide im Namen. Wir wollen ja niemandem unnötig auf die Füße treten – schon gar nicht jetzt zum christlichen Osterfeste. Das indes ist aber beinahe auch schon das Ende der Gemeinsamkeiten. Beim homo cogitans handelt es sich um jene Unterart, die, grob gesagt, besser denken kann als fühlen. Beim homo lubens – nicht zu verwechseln mit dem homo ludens, dem spielenden Menschen – ist es umgekehrt. Er (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) kann deutlich besser fühlen als denken.

Zugegeben: Eine solche Unterscheidung ist schon ein wenig krass – wenn auch nicht ganz unsubstantuiert. Von daher ist Bolle froh, daß kein geringerer als Blaise Pascal den Zusammenhang so trefflich auf den Punkt gebracht – und damit gleichzeitig eine regelrechte Steilvorlage für „Bolles Senf dazu“ geliefert hat.

Wer davon ist der „bessere“ Mensch? Wer richtet mehr Unheil an auf der Welt? Wer tut mehr Gutes? Das können und wollen wir – aus der Perspektive des homo cogitans – so nicht entscheiden. Hier soll es uns allein darum gehen, die Begriffe einzuführen. Auffällig ist allerdings, daß der homo lubens in jüngerer Zeit enorm an Boden zu gewinnen scheint. Die – wie Bolle das zu nennen pflegt – wahrlich weltbewegten Besser-Bürger mit ihrem ausgeprägtem „Gutmensch 2.0-Impetus“ sind stets spontan bereit, zu „helfen, retten, schützen“, was das Zeug hält. Ob überhaupt und wie das funktionieren kann, klären wir dann später. So mancher homo cogitans könnt‘ darob kotzen.

Aber ist das alles auch wahr? Bolle meint, hier reiche ein flüchtiger Blick in eine x-beliebige kontemporäre Nachrichtensendung. Da geht es zunehmend gar nicht mehr um Nachrichten im engeren Sinne: Was ist? (Schwester Logik). Vielmehr geht es oft und überwiegend nur noch darum, wie „schlimm“ das alles sei, wie sehr die Beteiligten leiden würden – und daß die „Täter“ unbedingt „schnellstmöglich“ zur Verantwortung zu ziehen seien (Schwester Ethik). Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob wir hier von Corönchen reden, der Klima-Krise, von „Putins Krieg“, von „Frieren für den Frieden“ oder von was auch immer. Das Muster ist stets dasselbe: Erst mal fliegt das Herz voran. Der Verstand kann sehen, wo er bleibt. Warten wir ab, was die Wirklichkeit dazu sagen wird.

Abschließend ein Hinweis in eigener Sache: Die „Phibel“ – das kleine Vademecum für ambitionierte Autoren (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) – macht mächtig Fortschritte. Aber eben auch mächtig Arbeit. Das aber ist dann doch schon wieder ein ganz anderes Kapitel.

2 Antworten auf „Ostermontag 18-04-22 Frohe Ostern, urbi et orbi!“

  1. Da kommt mir doch Vance Packard direkt in den Sinn: „Werbung ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen. Kommunikation ist die Kunst, auf das Herz zu zielen, um den Kopf zu treffen.“ … tja, das Ziel hinter dem Ziel sozusagen 😉

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