So 26-10-25 Putin klaut die Kronjuwelen

Kryptisch, oh so kryptisch sein …
[Mabit1, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons]

Das hat gerade noch gefehlt. Jetzt klaut Putin auch noch Kronjuwelen. Und dann auch noch ausgerechnet die von Napoleon. Zwar handelt es sich hierbei nicht wirklich um Kronjuwelen. Allein die Geste aber ist bedenklich genug. Was soll das werden? Eine späte Revanche für 1812, als Napoleon mit einer für damalige Verhältnisse spektakulär großen Armee von 600.000 Mann völkerrechtswidrig – wie man heute sagen würde – meinte Rußland überfallen zu müssen? Oder handelt es sich vielleicht um einen eher präemptiven – auch das übrigens ein Begriff, wie ihn überhaupt erst George W. Busch 2002 in die Welt gesetzt hat – Gegenschlag gegen die von der EU nach moderner Robin-Hood-Manier geplante Beschlagnahme von rund 200 Milliarden russischen Vermögens, das zur Zeit bei Euroclear in Brüssel lagert und aus EU-Sicht einer sinnvollen Verwendung harret – wie zum Beispiel dem Wiederaufbau der Ukraine?

Manche trauen Putin ja alles zu. Aber eine Revanche nach über 200 Jahren vermag Bolle nicht wirklich zu überzeugen. Und für einen präemptiven Gegenschlag wären die Klunker bei weitem nicht wertvoll genug. Genau genommen wären es nicht einmal die sprichwörtlichen Peanuts. 88 Millionen, so der geschätzte Wert der Preziosen, macht nämlich gerade mal 0,04 (!) Prozent von 200 Milliarden aus.

Allerdings soll das hier und heute gar nicht unser Thema sein. Im Gegenteil: Bolle meint, es sei hohe Zeit, sich selber auch mal in der Kunst zu üben, kontrafaktische Fake-News mit prägnantem propitiösem Potential zu produzieren. Immerhin sieht Bolle ein, daß ein Begriff wie ›propitiös‹ der Erläuterung bedarf: es handelt sich hierbei einfach nur um eine Eindeutschung des angelsächsischen propitious ›verheißungsvoll‹.

In der Tat hat Bolle eine entsprechende Meldung bislang schwer vermißt. Üblicherweise läuft es ja so, daß – wenn man schon keine Tatsachen zu berichten weiß, etwa nach Augsteins Credo ›Schreiben, was ist‹ – sich doch irgendwo ein „Experte“ sollte finden lassen, der das jeweils Gewünschte in die Manege munkelt. Und schon ist es eine echte Meldung. Schließlich hat er, der Experte (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) es ja in der Tat gesagt. Das muß im Zweifel genügen.

Und wenn das Gewünschte erst mal in der Welt ist, dann wird es seitens geneigter Kollegen aufgegriffen, abgeschrieben und so lange reproduziert, bis es schließlich wirklich wahr wird – denken wir nur an den Virus-Wahn, einen Spätausläufer des Corönchen-Kappes, oder an die Hobbytaucher-Hypothese im Zusammenhang mit Nordstream 2. Nichts genaues weiß man nicht. Aber wenn’s doch täglich in der Zeitung steht …?

So gesehen verwundert Bolle das alles doch sehr. Wer sich demnächst halb Europa unter den Nagel reißen will – manch Experte weiß heute schon, bis wann das spätestens der Fall sein wird –, warum sollte der vor ein paar Klunkern zurückschrecken?

Und überhaupt – let’s go crazy. Was ist mit der Mona Lisa? Da war doch mal was – und zwar ebenfalls im Louvre. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Putin selber kommt hoffentlich kaum in Betracht – dafür ist 1911 viel zu lange her. Das würde wohl selbst der dümmste Zeitungsleser nicht ohne weiteres glauben wollen. Aber wie wär’s mit dem Prinzip Putin – der Inkarnation aller Schlechtigkeiten dieser Welt? War Vincenzo Peruggia, der geständige Täter, nicht doch ein russischer Agent? Diente der Mona-Klau womöglich der Vorbereitung der russischen Revolution 1917? Und wieso nur 7 Monate Knast? Hatte da womöglich die Kampforganisation der russischen Sozialrevolutionäre ihre Finger im Spiel?

Und ist die Fibonacci-Spirale in unserem Bildchen, wenn man es vertikal an der Mittelsenkrechten spiegelt, nicht klar und deutlich ein stilisiertes P? Also P wie Putin – oder zumindest doch wie Putinismus?

Bolle meint, hier müßte sich – de oratione ferenda, also im Rahmen künftiger journalistischer Betätigung – durchaus noch einiges machen lassen. Alles nur eine Frage der Kreativität. Kieken wa ma. Das aber ist dann doch schon wieder ein ganz anderes Kapitel.

2 Antworten auf „So 26-10-25 Putin klaut die Kronjuwelen“

  1. „Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt“ – nachzulesen im Pressekodex. Eigentlich eine klare und simple Sache. Natürlich dürfen Journalisten auch Haltung zeigen, Missstände aufdecken und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. ABER: Fakten selektiv oder verzerrt darzustellen, um politische oder moralische Ziele zu stützen, ist dabei eindeutig ausgeschlossen. Nun gibt es jedoch das neue Berufsbild des „PR-Journalisten – dieser ist kein Journalist im Sinne des Pressekodex, sondern ein Interessen-Kommunikationsprofi. Wo also Journalismus Aufklärung sucht, verfolgt PR-Journalismus Absicht 🤔 🧐…

    1. Ja, ja – die alte Einsicht: „Journalismus bedeutet zu schreiben, was mancher lieber nicht lesen möchte. Alles andere ist PR.“ Und? Wer hat’s gesagt? Der finstere Orwell, of course … 🙂 Erklär das ma einem „PR-Journalisten“. PS: Den kannten wa hier noch nich … Besten Dank.

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