
Bolle lieebt es ja, wenn das Universum funktioniert. Und vor allem liebt er auch die Weihnachtszeit – von der er sich alle Jahre wieder drei volle Monate gönnt. Und zwar von Hallowe’en, also dem 31. Oktober, bis hin zu Mariae Lichtmeß, dem 2. Februar des Folgejahres. Da verkrümelt er sich in seine Mupfel, meditiert und läßt den lieben Gott einen guten Mann sein. Nächstet Jahr is ooch noch ’n Jahr – wie er auf unsere wiederholten Rückfragen hin regelmäßig zu bemerken pflegt. Im Grunde ist es nicht zu fassen: Da träumt manch tapferes Schneiderlein (beider- bzw. allerlei Geschlechts, of course) – eine eher seltene Wendung, die eigentlich nur in Bolles NLP-Ausbildung seinerzeit zum aktiven Wortschatz gehört hatte – von drei Wochen Jahresurlaub, oft genug auch noch vergällt von plärrenden Blagen und sonstigen verschiedensten Mißlichkeiten, während andere, wie Bolle etwa, meinen, sich drei Monate Auszeit einrichten zu können. Bolle meint nur, ungerührt: Macht halt jeder, wie er kann. Um es neumodisch auszudrücken: Frage des Lifestyles. Aber hat das nicht auch Nachteile? Sicherlich. Man muß halt wissen, was man will. Und zwar in the very long run – creating a life practice, halt. Bolle für sein Teil weiß das anscheinend – oder meint es zumindest zu wissen. Ob es da einen Unterschied gibt? Das weiß Bolle nicht zu sagen. Man kann nun mal nicht alles wissen. Immerhin konnten wir Bolle nahelegen, wenigstens gelegentlich den ein oder anderen Gedanken beizusteuern in den kommenden drei Monaten. Insofern – davon dürfen wir, wie das in Neusprech heißt, „erfahrungsgestützt“ ausgehen – ist auf Bolle Verlaß. Wäre ja gelacht.
Aber wir waren bei einem funktionierenden Universum – etwas, das Bolle unbestreitbar liebt. Vielleicht – doch das nur am Rande – hat das ja was mit mappa mundi evoluta zu tun (vgl. dazu den Beitrag letzter Woche: So 25-10-26 Detoxification – oder einfach schlicht Fokus), also der letztlich (das ist Bolle durchaus klar) anmaßenden Vorstellung, gewissermaßen auf Du und Du mit dem Universum zu sein.

Nun, dieses Jahr hat Bolle seinen traditionellen Hallowe’en-Bummel durchs Dörfchen auf den frühen Nachmittag verlegt – statt, wie sonst, in die frühen Abendstunden nach Einbruch der Dämmerung. Da ist natürlich manches anders, of course. Doch das ist nicht der Punkt an dieser Stelle. Der Punkt ist: Vorletzte Woche hatte Bolle postuliert, daß es Menschen gibt, denen man ohne weiteres einen Kartoffelsack überstülpen könnte – sie würden gleichwohl gut aussehen darin (vgl. So 18-10-26 Der Hang zum Überschwang). Und nun – knapp zwei Wochen später nur – hat das Universum, wie’s scheint, Gefallen daran gefunden, Bolle ein leibhaftiges Beispiel vor Augen zu führen (vgl. dazu unser Bildchen). Hier stimmte wirklich alles: Haltung, Tonus, Aura – oder wie auch immer man das nennen mag. Alles, eben. Bolle konnte nicht umhin, das Wesen testweise anzusprechen und zu fragen, wo denn die Schoko-Nikoläuse seien. Die Reaktion war stimmig – wie nicht anders zu erwarten. Der alte Indianer würde wohl sagen: Gutes Tonal. Oder, in Zen-Sprech gefaßt: Der würdigste Nachfolger des Meisters steht in der Küche und kocht. Allein das Hallowe’en-Hütchen drohte, in dem ganzen Gelumpe in Bolles Konsumtempel dann doch ein wenig unterzugehen. Darum haben wir es eigens markiert und uns ansonsten auf nüchternes Schwarz/weiß beschränkt. Bolle meint, das muß genügen. Die Schoko-Nikoläuse, das bleibt anzumerken, hat er allerdings trotzdem nicht finden können. Soweit zum funktionierenden Universum …
Doch nun genug geschwärmt. Eigentlich – ja, eigentlich – wollten wir heute ja über die ›Generation Lastenrad‹ reden oder schreiben. Allein, die läuft uns nicht davon. In einigen Jahrzehnten rausgemendelt, bleibt d i e uns sicherlich erhalten bis auf weiteres. Hallowe’en dagegen gibt es nun mal nur einmal pro Jahr. Das aber ist dann doch schon wieder ein ganz anderes Kapitel.
